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Mode aus Hanf und Ikatseide

Hanfkleidung und Ikatseiden, zusammengestellt von der thailändischen Modedesignerin Marisa Suenduenchai. Marisa ist eine der ersten Modedesignerinnen, die traditionelle Textilien wie z.B. antike Hanfstoffe und Ikatseide aus dem Norden ihrer Heimat für ihre Arbeit verwendet. Der Indio Basar war mit Marisa Suenduenchai in den Bergdörfern unterwegs und suchte dort eine ganze Reihe alter Webkleidung aus Hanf und Ikatseide zusammen.
Mode aus Hanf und Ikatseide. Die Designerin Marisa Suenchai verwendet traditionelle Textilien aus dem norden Thailands.
Durch diese Arbeit bekam der Indio Basar einen tiefen Einblick in die fremde Kultur. Die längste Zeit verbrachten sie im nördlichen Thailand an der Grenze zu Birma. Hier beobachteten sie die Frauen und Mädchen bei der Verarbeitung des Hanfes, dem Spinnen und Weben. Das Weben des Fadens erfolgt auf einem Trittwebstuhl.

Es entstehen 20 cm breite Stoffbahnen, die anschließend mit Indigopflanzen gefärbt werden. Der Prozess des Färbens erstreckt sich über einen ganzen Monat und in dieser Zeit muß der Stoff täglich eingetaucht und getrocknet werden.
An der Grenze zu Laos ließen die beiden Frauen Ikatseidenstoffe weben. In Bangkok entwarf die Modedesignerin neue Modelle und ließ diese dann wieder in den Bergdörfern nähen. Es entstanden neue Stücke in Verbindung mit traditioneller Bekleidung. Einige dieser Modelle sind im Indio Basar in Würzburg in der Katharinengasse erhältlich.

20 cm breite Stoffbahnen, mit Indigopflanzen gefärbt

Seit Jahren kämpft der Hanf gegen Vorurteile. Weil die im Hanfharz enthaltenen Stoffe berauschend wirken, wurde der Hanfanbau in vielen westlichen Ländern verboten. Doch trotz seines schlechten Rufes könnte er eine der nützlichsten Pflanzen der Welt sein.
Als einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe, schafft der Hanf bis zu vier Metern Höhe in knapp hundert Tagen. Hanf ist ein richtiger Papier- und Stofflieferant. Da man aus einem Hektar Hanf circa viermal mehr Papier als aus einem Hektar Wald gewinnt, lässt jede Tonne Hanfpapier zwölf Bäume weiterleben. Außerdem lässt sich Hanf mit wesentlich weniger Chemikalien zu besserem und längerlebiegem Papier verarbeiten. So wurde die Gutenbergbibel beispielweise auf Hanfpapier gedruckt.
Doch nicht nur Papier kann aus Hanf entstehen. Die Pflanze kann in nahezu jedem Klima und auf jedem Boden angebaut werden. Nach einer amerikanischen Studie könnten nur mit dem Rohstoff Hanf über 50 000 verschiede Produkte hergestellt werden – vom Auto über Computergehäuse bis zu Textilfasern. Hanf ist die kräftigste und haltbarste natürliche Weichfaser auf unserem Planeten. Aus ihr wurden jahrtausendelang bis zu 80 Prozent aller Textilien hergestellt. Sie ist weicher, wärmer und saugfähiger als Baumwolle und nicht umsonst bestanden die Jeans des Mr. Levy aus Hanfleinen. Da es aber auch Hanfsorten gibt, die so gut wie keine berauschenden Substanzen enthalten, kann der Hanf möglicherweise ein Comeback schaffen. Die Aussichten sind nicht übel, obwohl, wenn heute über Hanf gesprochen wird, stets das „Rauschgift“, selten aber die Nutzpflanze im Zentrum steht.

Prima-Sonntag (clap/mf)